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Und das lässt Ihnen ihr Bischof durchgehen?

Auf der letzten Seite dieses Systems finden Sie die Formulierung:


„In einigen Bereichen weicht meine Meinung als Theologe von der offiziellen Lehre der Kirche ab. Wo solche Passagen vorkommen, sind sie eindeutig als Privatmeinung gekennzeichnet.“


Dazu hat mich folgende Frage ereilt: „Und das lässt Ihnen Ihr Bischof durchgehen?“


Nun, erstens hat sich diese Notwendigkeit noch nicht ergeben. Ich befasse mich zwar derzeit mit einigen relativ heiklen Fragen betreffend Frauen in kirchlichen Ämtern und mit der Frage von Wiederverheirateten Geschiedenen und deren Ort in der Kirche, aber unter den bisher von mir dazu veröffentlichten Thesen ist (noch) nichts zu finden, was einen Eingriff der Lehrautorität der Kirche notwendig machen würde. Dieses Statement ist also eine Art „Präventivmaßnahme“.


Zweitens ist es als Schutz für Leserinnen und Leser gedacht. Sollte ich beispielsweise in bestimmten Details zu Fragen der Einheit des Ordo, der Unbefleckten Empfängnis oder ähnlichem eine theologische PRIVATMEINUNG vertreten, die nicht mit der aktuell geltenden dogmatischen Situation übereinstimmt - und ein solcher Fall ist denkbar - dann verpflichte ich mich, ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass dies NICHT Lehre der Kirche, sondern meine auf der Basis meiner Ausbildung, meiner Kenntnisse und meiner Erfahrungen getroffene Individualaussage ist.

Würde ich dies nicht tun und den Anschein erwecken, dass eine solche Aussage „Lehre der Kirche“ wäre, dann wäre ich mit vollem Recht zu rügen und zur Verantwortung zu ziehen.


Drittens: Gottseidank gibt es in der Römisch-Katholischen Kirche Gedankenfreiheit. Wenn ich mir also Gedanken mache und sie äussere, wird - solange ich nicht darauf beharre, dass sie der Weisheit einziger und letzter Schluss oder gar verbindliche Lehre wären - kaum etwas dagegen einzuwenden sein.

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