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Was verstehen Sie überhaupt unter „katholisch“?

„Katholisch“ hat zwei Bedeutungsebenen, die einander ergänzen.


Die erste ist die zentralere, weil sie vom gemeinkirchlichen Glaubensbekenntnis herkommt: Die „eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“ ist etwas, wozu man sich als Christ bekennen muss. Der Modus des Bekenntnisses macht schon deutlich: Die katholische Kirche, von der hier die Rede ist, ist nicht die durch Spaltungen verwundete Konfessionskirche, sondern im besten Sinne des „kata holon“ die ganze christliche Kirche.

Ein solches Bekenntnis macht Spaltungen nicht ungeschehen und darf auch nicht über diese hinwegtäuschen. Aber es drückt die Hoffnung aus, dass am Ende der Weltzeit das göttliche Heilshandeln diese Spaltungen überwindet (was natürlich eine besondere Verpflichtung für jeden und jede einzelne bedeutet, auch selbst auf eine solche Versöhnung hinzuarbeiten - das ist der Sinn der Ökumene).


Die zweite ist die konfessionelle: „katholisch“ bezeichnet jene über 20 Kirchen, die ein „gemeinsames Alleinstellungsmerkmal“ aufweisen, nämlich die Anerkennung des Primates des Papstes. Die größte der katholischen Kirchen ist die Römisch-Katholische; aber daneben gibt es z.B. die Griechisch-Katholische, die Bulgarisch-Katholische, die Syro-Malabarische Kirche und viele andere. Diese „unierten“ Kirchen stehen einander in der Gemeinschaft der Sakramente nahe, feiern aber nach unterschiedlichen Riten, verfügen zum Teil über in Details unterschiedliches Glaubensgut und handhaben den Zölibat unterschiedlich. Insofern zeigt diese Vielfalt, dass die Römisch-Katholische Kirche durchaus flexibel und weit genug ist, mit einer so großen Breite der Glaubenszeugnisse und des gelebten Glaubens umzugehen.


Schwierig wird es, wenn eine bestimmte Teilgruppe der anderen die Anerkennung (einseitig oder wechselseitig) versagt, ihr sozusagen die „Rechtgläubigkeit“ abspricht. Dafür sind die Bischöfe, der Episkopat der Schwesterkirchen und der Papst zuständig und nicht einzelne Teilgruppierungen - daraus entsteht leicht Fundamentalismus. Es gibt in der ganzen Christenheit eine einzige absolute Wahrheit: dass nämlich der liebende und barmherzige Gott sich in seinem Sohn den Menschen geoffenbart hat, sich in diesem für die Welt hingegeben hat, ihn zum Zeugnis der Wahrheit auferweckt hat und durch den Heiligen Geist in aller Weltzeit anwesend ist. Alles andere ist letztlich Variation zum Thema, und wer sich zu dieser Kernaussage bekennt, der darf sich als Christ bzw. Christin bezeichnen. Alle anderen Glaubenswahrheiten sind auf diese eine hingeordnet, egal in welcher der katholischen (und m.E. Nichtkatholischen) Konfessionen man steht.

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